Therapeutentexte
Diplomarbeit - Aachen, im Juli 2003
Auszug aus:
5 Wandlungsphasen (5 Elemente)
nach Worsley
unter
Integration der TCM
- Kombinierte Anwendung in der Praxis -
Diplomarbeit von Dirk Reichel
5 Wandlungsphasen (5 Elemente) nach Worsley unter Integration der TCM
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der modernen Chinesischen Medizin (TCM) und der ursprünglichen 5-Elemente-Lehre (5 Wandlungsphasen, ab hier 5 WP genannt) darzustellen. Im Weiteren soll gezeigt werden, wie sich diese beiden Systeme synergistisch verbinden lassen, so dass eine ganzheitliche Behandlungsweise entsteht.
Nach der Theorie der 5 WP nach Worsley sind wir als Mensch Teil der Natur (daoistische Sichtweise) und unterliegen deren Rhythmen und haben entsprechende Eigenschaften. In dieser Entsprechung wird der Mensch, der zum Beispiel eine Schwäche im Element Holz hat, mit einem Baum verglichen. Ein Baum wächst nach oben und unten, rechts und links, hat Wurzeln, einen Stamm und Zweige usw., braucht Wasser, Nährstoffe aus dem Boden, Licht und Luft zum Leben. Er ist beispielsweise die harte, knochige, genügsame Eiche, die sich gut einem rauhen Klima anpassen kann. Ihre Wurzeln reichen tief, so dass sie jedem Sturm standhalten kann. Sie biegt sich im Wind ohne sich zu verletzten usw. Liegt eine Krankheit oder ein Mangel vor, verliert der Baum Blätter, Äste verdorren oder ähnliches.
Bei der Behandlung der 5 WP kommt es vornehmlich darauf an zu erkennen, welches Element/WP im Menschen das schwächste bzw. zuerst ins Ungleichgewicht Geratene ist. Mit Stärkung dieses ursächlichen Elementes wird die Grundkonstitution des Menschen gestärkt und ermöglicht so eine möglichst lange Gesundheit bzw. Leben (Ähnlich dem Prinzip, man wüsste beim Erwerb eines Autos vorab, weshalb es irgendwann einmal liegen bleiben würde - und man würde dann dieses Teil unterstützen/austauschen).
Das ursächlich schwächste Element zeigt sich meist früh im Leben als ins Ungleichgewicht geraten. Daher ist eine ausführliche Kindheitsanamnese erforderlich, wobei spezielles Augenmerk auf die Emotionen gelegt wird. Diese zeigen, durch welchen „Filter“ der Mensch die Welt erlebt und in dieser agiert. Alle anderen Erkrankungen bauen auf dieser Schwäche auf, unabhängig ob sich diese Schwäche in Form von Überaktivität oder Mangel im entsprechenden Element zeigt. Insofern kann man neben dem Element eine weitere Unterteilung in Organe/Funktionskreise und darin wiederum in Yin und Yang vornehmen. In der Praxis enthält man zur Yin- und Yang-Unterteilung die meisten Hinweise über den Puls und die Symptome, als auch über die Verhaltensweisen im emotionalen Leben des Patienten.
Da Emotionen und Spiritualität im heutigen China seit Mao nicht mehr populär sind und diese nach Außen nicht gezeigt/gelebt werden dürfen, ist das alte Wissen davon weitgehend verloren gegangen und nicht mehr Bestandteil der modernen TCM. Diese ist ohnehin nur ein Substrat aus unterschiedlichen nebeneinander bestehenden Systemen, die sich teilweise widersprechen. Da dies im Westen nicht vermittelbar ist, zumal hier zur Nachprüfbarkeit absolute Kausalität gefordert ist, wurde Vieles westlichen Maßstäben angepasst. So wurden viele wertvolle Informationen einfach wegrationalisiert oder sogar aus den Klassikern gestrichen bzw. einfach umgeschrieben. Spiritualität und Emotionen sind seither nur noch bruchstückhaft darin enthalten. Dass dies früher anders war, lässt sich in amerikanischen Universitätsbibliotheken nachlesen, wo noch alte Abschriften/Kopien der Klassiker lagern, die vor Maos Kulturrevolution in China gefertigt wurden (L. Jarrett).
Ursprünglich wurden 3 Arten von Medizin im Nan Ching (dem Klassiker der Akupunktur) unterschieden:
1. Die höchste Form der Medizin korrespondiert mit dem Himmel und behandelt die Seele (konstitutionelle 5 WP-Behandlung und spirituelle Verwendung der Punkte anhand deren ursprünglichen Bedeutung, ersichtlich über die alten Schriftzeichen).
2. Die zweithöchste Form der Medizin korrespondiert mit dem Menschen und behandelt dessen Emotionen (5 WP-Behandlung und ein Teil der Syndrombehandlung der TCM).
3. Die niedrigste Form der Medizin korrespondiert mit der Erde und behandelt Symptome (Syndrombehandlung, TCM und „Barfußärzte“).
Dies ist eine sinngemäße Wiedergabe aus dem Nan Ching, von Josef Müller übersetzt.
Um dies in WP/Elementen darzustellen, hier ein Beispiel von Lonnie Jarrett aus Rothenburg, 2001:
„Stellen wir uns die Elemente in uns als eine Wohngemeinschaft vor. Jeder hat seine Aufgabe zu erfüllen. So ist zum Beispiel der Magen für das Essen zuständig und der Dickdarm bringt den Müll raus. Nun ist an einem Tag der Dickdarm spät dran auf dem Weg zur Arbeit und bittet den Magen den Müll raus zubringen. Der Magen liebt den Dickdarm und tut dies selbstverständlich. Allerdings hat er deshalb weniger Zeit sich um das Essen zu kümmern, weil er seine Energie ja für den Dickdarm verwendet hat. Der Dickdarm stellt fest, dass das prima geklappt hat und bringt daher den Müll immer seltener selber raus. Irgendwann ist der Magen so überlastet, dass er die WG nicht mehr richtig mit Essen versorgen kann. Darüber wird die Gallenblase als Erste wütend, was in ihrer Natur liegt. Sie bekommt Kopfschmerzen vor Ärger und Unterversorgung. Das Geschrei geht wiederum der Niere an die Nerven, die nun keine Ruhe mehr hat und nicht mehr auf ihre Weise agieren kann. Dies ist der Zeitpunkt wo es in einer WG eine Krisensitzung gibt. Die Niere sagt der Gallenblase sie solle nicht so rumschreien. Diese brüllt den Magen an, er wäre schuld, denn es gäbe nicht genug zu Essen um gut arbeiten zu können. Der Magen fängt an sich zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Nur einer sitzt stumm in der Ecke und versucht nicht aufzufallen: der Dickdarm.“
- Der beste Therapeut wird erkennen, das der Dickdarm die Ursache des ganzen Ärgers ist. Er behandelt diesen, so dass der Magen wieder seine Arbeit tun kann und die Gallenblase sich nicht mehr aufregen muss.
- Ein besserer Therapeut der mittleren Stufe wird die Ursache im Magen suchen, der die Gallenblase unterversorgt. Also wird er den Magen stärken und dies wird er bis ans Lebensende immer wieder tun müssen, vielleicht jeden Monat.
- Ein Therapeut der die niederste Form der Medizin praktiziert, behandelt nun die Gallenblase, die ja das Symptom Kopfschmerz verursacht. Daher wird er lebenslang einmal pro Woche die Gallenblase beruhigen müssen, da die Schmerzen immer wiederkehren.
Um all dies zu erkennen muss man wissen, wie die Kennzeichen sind, die auf das geschwächte, ursächlich gestörte Element hindeuten. Hierzu zählen nach Worsley: Farbe, Geruch, Stimme und Emotionen. So ist es an der Schläfenfarbe oder um den Mund herum zu sehen, welche Farbe dort überwiegt oder fehlt. Der Geruch zeigt sich, wenn man im Nacken des Patienten riecht bzw. vor der Behandlung nach der Anamnese aus dem Raum geht und diesen anschliessend wieder betritt. Die Stimme gibt einen Hinweis, ebenso auch das Gesamtauftreten. Besonderen Wert wird auf die Emotionen gelegt. Diese können getestet werden, wenn sie sich nicht von vornherein zeigen. Zum Beispiel wird der perfektionistische Metaller, der immer den Schein wahren muss, aber im inneren verkümmert, durch verunsichernde Fragen auf die Probe gestellt. Der typische Metallmensch wird dies überspielen und vollkommen kontrolliert reagieren, während es im Inneren brodelt. Beim „Feuertest“ zeigt sich, ob jemand immer an unpassenden Stellen lacht, obwohl er beispielsweise über ein trauriges vergangenes Erlebnis berichtet. Die Summe der Hinweise gibt letztendlich den Ausschlag, und in der Therapie zeigt sich schnell auch in den Pulsen, ob das richtige Element als Ursache, der sogenannte Causalty factor (cf), nach Worsley, erkannt wurde. In der Folge muss dieser grundlegend gestärkt werden. Genau an diesem Punkt setzt die Verbindung zur TCM ein. Diese ist eher symptomorientiert, wenngleich auch hier zwischen ursächlichen (Ben = Wurzel) Syndromen und Folgesyndromen (Biao = Zweige) unterschieden wird. Bei den Syndromen handelt es sich um Symptom-Komplexe, die anhand der Funktionen der Organe/Funktionskreise zusammengefasst worden sind. Bei der konstitutionellen Behandlung ergibt sich oft das Problem, dass Symptome erst langfristig verschwinden oder verbessert werden; daher empfiehlt sich hier die TCM. Diese wiederum hat oftmals das Problem, dass die Symptome irgendwann wiederkehren, was durch die Stärke der konstitutionellen Therapie der 5 WP verhindert werden kann. So kann zum Beispiel eine massive Schleimproblematik erfordern, dass zunächst diese behandelt werden muss, um überhaupt einen Zugang zum gestörten Grundelement zu erhalten. Dies geht auch mit der 5 WP Behandlung, dauert jedoch länger.
Durch diese Kombination lassen sich auch „Syndrome“ behandeln, die in der TCM erst gar nicht als solche geführt werden (z.B. Leber-Yang-Mangel = ein General der nicht genug Antrieb hat), oder die laut der Kräutermedizin in der TCM nur durch diese zu behandeln ist (Blut- oder Yin-Mangel). In der zurechtgestutzten TCM, die auf vielen diagnostischen Prinzipien, welche eigentlich aus der Kräuterbehandlung kommen, beruht, ist natürlich kein Ansatz mehr enthalten diese Erkrankungen zu behandeln. Schließlich hat man das Akupunktur-System entwurzelt und versucht mehr schlecht als recht Kräuter-Diagnosen mit Akupunktur zu behandeln.
Was des Weiteren in der TCM völlig vergessen wird ist die Behandlung des Patienten als Mensch, der Emotionen hat und vor allem eine Seele sowie eine Bestimmung. Lebt ein Mensch entgegen seiner Bestimmung, weil er diese nicht kennt oder vergessen hat/nicht leben kann oder blockiert ist, wird er irgendwann unweigerlich krank. Dies ist ein Zeichen den Körpers dass der Mensch sich falsch verhält. Hier setzt die „spirituelle“ Akupunktur an, die entsprechend der beschriebenen Geschichten in den Punkten diese dazu nutzt, den Mensch wieder seiner wahren Bestimmung zuzuführen.
In der TCM beschränken sich Emotionen mehrheitlich auf Ärger/Stress im Zusammenhang mit Leber Stagnationen; bei Ängsten wird noch eine Verbindung zur Niere gesehen. Dass aber Ängste nicht zwingend mit der Niere zu tun haben, sondern in jedem Element auf andere Weise vorkommen können, wird dabei völlig ignoriert oder über Qi und Blut noch anders interpretiert. Eine umfassende Erläuterung, wie sich Emotionen in den Elementen ausdrücken, die wiederum unterteilt werden in Yin- und Yang-Minister mit speziellen Aufgaben bzw. Funktionen, ist Anhang 1 zu entnehmen (Diese Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).
Aber es gab/gibt noch völlig andere Schulen und Systeme in China, welche hier kurz erwähnt werden sollen:
- In der Schule der Mitte wird die Ursache jeder Erkrankung in der Mitte (Milz und Magen) gesehen. Ist diese nicht im Gleichgewicht, wird der Körper nicht genügend versorgt. Daher wird grundsätzlich an dieser Schule zuerst und hauptsächlich die Mitte behandelt.
- Eine andere Schule sucht die Ursache grundsätzlich im Wasser, denn wenn das Wasser, das Tor des Lebens (Mingmen), das Jing, das Juan Qi, der Ursprung von Yin und Yang aller Organe in der Niere nicht richtig funktionieren, kann kein Organ richtig funktionieren. Daher behandelt diese Schule in erster Linie das Element Wasser.
- Eine weitere Schule propagiert die Ursache von allem im Dreifachen Erwärmer (3E), der für jegliche Kommunikation und Verteilung im Körper nach deren Theorie zuständig ist.
- Auch die Dämonen-Medizin und die Behandlung von Besessenheit haben früher starken Einfluss auf die Behandlung gehabt (s. Kapitel 3.3 ff. und Fallgeschichte 1).
- Das Vierschichten- und das Sechsschichten-Modell, welche eigentlich aus der Kräutermedizin kommen, wurden auf die Akupunktur angewandt und diagnostizieren das Eindringen und den Verlauf von pathogenen Faktoren. Diese müssen entsprechend der eingedrungenen Tiefe ausgeleitet/behandelt werden.
- Der Vollständigkeit halber soll hier noch die japanische Meridian-Therapie erwähnt werden. Diese stärkt ebenfalls die Konstitution. Hierbei werden die Pulse ständig gemessen und die Energie transferiert. Da in den Klassikern ursprünglich stand, „ Das Qi fließt auf der Haut und nicht unter der Haut“ , wird hierbei das Qi mit der Nadel auf der Haut (auf dem Punkt) zwischen 2 Fingern mit der Nadel ergriffen und durch Ziehen der Nadel entsprechend bewegt. Über die Transfere wird das gesamte Energiesystem ausgeglichen und so zeigt sich meist nach 10 Behandlungen dann immer wieder dieselbe grundlegende Schwäche. Diese entspricht i.d.R. dem cf nach Worsley.
Ursprünglich konnte jede Erkrankung noch nach sogenannten 8 Leitkriterien eingeteilt werden:
Yin/Yang, Innen/Außen, Fülle/Leere, Hitze/Kälte. Dies wird diagnostisch noch angewandt, hat aber fast nur noch erklärenden Charakter, da die Behandlung nach Syndromen erfolgt.
Resumé
Wichtig ist es, nie zu vergessen, dass ursprünglich in China all diese und noch weitere Sichtweisen nebeneinander existiert haben und angewendet wurden. Da die Chinesen sehr pragmatisch sind, haben sie einfach immer das System verwendet, welches beim einzelnen Patienten den meisten Erfolg gebracht hat.
Erst in den letzten Jahrhunderten, speziell seit Mao, ist vieles davon weggefallen, auch deshalb, weil das Land medizinisch unterversorgt war und es erforderlich machte schnell Ärzte auszubilden. So entstanden auch die „Barfussärzte“, die schließlich nur noch die Akupunkturpunkte nach Symptomen lernten. Problematisch wurde es erst, als aufgrund dieser Vereinfachungen die Akupunktur entwurzelt und somit als nicht mehr geschlossenes System betrachtet wurde. Die Folge davon zeigt sich heute in China, wo nur noch 20 % der traditionellen Behandlungen mit der Nadel durchgeführt werden und der Rest mit Kräutern.
Aber es gibt auch viele Vorteile der modernen TCM. Noch nie war die Medizin so gut strukturiert und erlernbar oder wissenschaftlich nachprüfbar wie heute. Noch nie hat die TCM als Ganzes so eine breite Anwendung gefunden. Sie ist ständig mit der Zeit gewachsen und hat sich neuen Erkrankungen, Behandlungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Wenn man über die Hintergründe und ursprünglichen Sichtweisen/Zusammenhänge Bescheid weiß, ist sie definitiv eine der ganzheitlichsten Behandlungssysteme, die es gibt.
Dies soll als Einleitung in die differenzierten Sichtweisen der chinesischen Medizin hier genügen, Beispiele und Hinweise finden sich genügend im weiteren Text. TCM und Westliche Medizin
Zum besseren Verständnis soll an dieser Stelle noch auf die Unterschiede zwischen der westlichen und der chinesischen Medizin eingegangen werden, die sich grundsätzlich unterscheiden. Behandelt man im Westen eine Krankheit und geht in immer feinere Details, die aus einer feindlichen Natur stammen (Viren, Bakterien), ist die chinesische Sichtweise den Menschen zu behandeln, in seiner Funktion als Bestandteil der Natur.
„Um Akupunktur wirksam einsetzen zu können, muss man zuerst den Geist heilen.“ (Qui Bo)
Diese Betrachtungsweise bezieht alle Bereiche des Mensch-„Seins“ mit ein, die körperliche, geistige und spirituelle Ebene, in der TCM Körpergeistseele genannt.
Dementsprechend ist auch die Beziehung zwischen Patient und Arzt bzw. Heiler eine völlig andere als in der WM.
Die Beziehung des Arztes in der TCM zu seinem Patienten gründet sich auf Respekt und Vertrauen. Der Therapeut erarbeitet unter Zuhilfenahme all seiner Sinne eine umfassende Diagnose und liefert somit dem Patienten einen ganzheitlichen Ansatz zur (Selbst-)Heilung. In die TCM-Anamnese fließen ein: die gesamte Entwicklungsgeschichte, auch die der Kindheit, das äußerliche Erscheinungsbild einschließlich der Ausstrahlung des Patienten, Träume, Ernährungsgewohnheiten, Familiensituation, persönliche Gewohnheiten, Körperhaltung und Geisteshaltung, Krankheitsgeschichte etc..
Die westliche Medizin (WM) ist vorwiegend auf den Körper und die aufgetretenen Beschwerden fixiert und vermeidet nach Möglichkeit eine enge, intensive Beziehung zum Patienten (keine vollständige Anamnese), wodurch das Bild entsteht, dass der westliche Mediziner eine große Distanz zu dem ihm sich anvertrauenden Menschen aufbaut. Die „Sinne“ des ausgebildeten westlichen Mediziners finden in dem Befund nur selten Eingang. Die Symbiose der „KörperGeistSeele“ der CM wird hier, wenn überhaupt, nur getrennt voneinander betrachtet.
Dies ist insofern fatal, als dass der Patient ebenfalls seinen Körper als getrennt von sich betrachtet und nur sehr wenig zur Heilung beitragen kann. Die natürlichen Reservoirs des Mensch-„Seins“, die „Lebensenergien“ (Qi), werden verleugnet und stehen häufig der Heilung entgegen. Die eigentliche Krankheitsursache wird, trotz beeindruckender teurer Technik und Wissenschaft nicht ermittelt. „Man wird immer einen Nagel suchen, wenn der Hammer das einzig zur Verfügung stehende Werkzeug ist.“ (Maslow)
Die Kluft zwischen diesen beiden Heilmethoden wird zur zeit noch breiter, da im Westen die gesundheitlichen Probleme durch „Standardprogramme“, die helfen sollen, die explodierenden „Gesundheitskosten“ unter Kontrolle zu bekommen, noch weiter schematisiert werden und somit eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten nahezu ausgeschlossen wird.
Als Beispiel sei genannt, dass im Westen zwei Patienten mit ein und denselben Symptomen mit ein und denselben Medikamenten bzw. Apparaten therapiert werden, wobei der eine Patient eventuell „gesund“ wird, bei dem anderen hingegen sich die Symptome noch weiter verschlimmern und noch zusätzliche Symptome auftreten können. Die Gesetzmäßigkeiten des Qi, der Fluss, bzw. die Bewegung der Energie, ihre Ausge¬wogenheit oder Harmonie, ihr Wandel bzw. Transmutation (qihua), ihre Rhythmen und Zyklen (z.B. Entwicklungsstadien) als auch ihr Ursprung, die Versorgung, Assimilierung, Trans¬formation, Speicherung, Freisetzung und Ausscheidung der Energie sowie ihre Kanäle, ihre Entsprechungen und Funktionen bieten die Grundlage für die Behandlung mit der Akupunktur.
Ebenfalls zeichnet sich die TCM durch die Wechselseitigkeit des Systems aus: Emotionen als Ursache von physischer und psychischer Krankheit; physische Krankheit (z.B. durch Vergiftung) als Ursache von Emotionen und psychischem Zustand.
Für die ganze Diplomarbeit wenden Sie sich bitte an die folgende E-Mail Adresse:
dirk.reichel@heilpraktiker-aachen.com
